Das transmissive System bzw. das Suppen-Gleichnis

Das obige Fließbild zeigt das transmissive System. Ein System, welches man auch ein duales Wirtschaftssystem nennen könnte. Da es das duale System allerdings bereits gibt und die Übertragung aus einem System in das Andere der eigentliche Kniff ist, ist das Transmissive System  passender.

Wie funktioniert es? Lassen Sie es mich an einem Gleichnis beschreiben. Ähnlich wie individuelles und gemeinschaftliches Handeln, so sind sich Feuer und Wasser in ihren Eigenschaften nicht zuträglich. Wasser ist weich, träge, kalt und zeigt seine Wirkung nur durch kontinuierliche Wiederholung. Feuer hingegen ist lebhaft, heiß, Zeichen eines Wandels und der Energie. Auch gemeinschaftliches Handeln ist oft wenig spektakulär, mit viel Routine verbunden, träge in der Anpassung und zeigt seine ganze Wirkung oft erst nach langem geduldigen Handeln. Handeln zum eigenen Vorteil hingegen zeigt seine Wirkung oft sehr schnell, passt sich schnell an Gegebenheiten an, da nur der individuelle Vorteil beachtet werden muss und erlaubt es kreative Ideen schnell zum eigenen Vorteil umzusetzen.

Treten beide direkt in Kontakt ist es so, wie wenn wir Wasser ins Feuer gießen. Ist das Feuer zu stark, löst sich das Wasser in eine Dampfwolke auf. Gibt es zuviel Wasser, erlischt das Feuer. Ähnlich ist es mit dem gemeinschaftlichen Handeln, das in der Regel zu einem langfristigen und planbaren Agieren führt, während das individuelle Handeln von erhöhter Risikobereitschaft, der Spekulation, und der Anwendung neuer Ideen, der Innovation, geprägt ist. Treten nun beide in direkten Kontakt, destabilisieren Spekulationen die langfristige Entwicklung der gemeinschaftlichen Systeme, während geplantes Handeln, Innovationen erschwert.

An diesem Punkt tritt die Wirkung des transmissiven Systems ein. Denken Sie an einen Topf. Das Metall des Topfes leitet die Wärme des Feuers gleichmäßig in das Wasser, und schützt auf der anderen Seite das Feuer davor zu erlöschen. Es erlaubt somit das parallele Existieren zweier gegensätzlicher Systeme. Aber es ermöglicht noch mehr, und zwar die Nutzung von Synergien dieser Koexistenz. So, wie die Wärme es erlaubt, eine Suppe zu kochen, die wiederum den Koch ernährt, der das Feuer am Brennen hält, das dann wieder das Wasser erwärmt, so ermöglicht die Übertragung von Werten zwischen gemeinschaftlichem und individuellem System die Nutzung von Synergien. Individualisten, die Altruisten (z.B. durch Spenden) stärken, stärken sich damit auch selbst, denn sie stärken das Sicherheitsnetz der Gemeinschaft, in das sie, wenn ihre Spekulationen oder Innovationen nicht so laufen, wie es geplant ist, fallen können. Auf der anderen Seite stabilisieren Altruisten das System, indem Sie es Individuen erlauben, Zielqualitäten zu bewahren oder zu erreichen, auch wenn die individuelle Entwicklung gerade einen negativen Trend erlebt.

Negative Trends, wie sie zum Beispiel mit der fortschreitenden Digitalisierung entstehen. Das transmissive System würde es den im individualen Sektor nicht mehr benötigten Individuen erlauben, gemeinschaftlich an der Erfüllung von Zielqualitäten zu arbeiten, denn nur weil im Rahmen der Spekulation und Innovation eine Leistung nicht mehr den entsprechenden Wert hat, bedeutet es nicht, dass diese Leistung nicht zur Erfüllung von Zielqualitäten genutzt werden kann.


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